Istighfar: um Vergebung bitten
Astaghfirullah heißt: Ich bitte Allah um Vergebung. Eine Formel, die ohne Vermittler auskommt.
Istighfar ist das Bitten um Vergebung, meist mit der Formel Astaghfirullah, „Ich bitte Allah um Vergebung". Dafür braucht es keinen Vermittler und keinen Ort: Der Betende wendet sich unmittelbar an Allah.
Woher das Wort kommt
Istighfar kommt von der Wurzel gh-f-r, bedecken oder zudecken. Dieselbe Wurzel steckt in al-Ghafur, dem Allvergebenden, einem der Namen Allahs. Das Bild dahinter ist das Zudecken einer Sache, nicht ihr Leugnen.
Im Alltag
Der Istighfar begleitet den Tag: nach dem Gebet, nach einem Fehler, in der Nacht. Überliefert ist, dass der Prophet ihn täglich vielfach sprach, obwohl ihm vergeben war. Das ist der Punkt, den viele übersehen: Istighfar ist keine Notmaßnahme nach einer Sünde, sondern eine Haltung.
Zur vollständigen Umkehr gehört nach der klassischen Beschreibung mehr als die Formel: das Aufhören mit der Sache, das Bedauern und der Entschluss, nicht zurückzukehren. Betrifft die Sache einen anderen Menschen, kommt hinzu, dessen Recht wiederherzustellen. Ein Diebstahl ist also nicht mit einer Formel erledigt.
Nicht zu verwechseln mit
Der Kaffara, der Sühneleistung. Die Kaffara ist eine festgelegte Handlung für bestimmte Fälle, etwa das Speisen von Bedürftigen. Der Istighfar ist die Bitte selbst.
Häufige Fragen
Wie oft soll man Istighfar sprechen? Es gibt keine Obergrenze. Verbreitet ist, ihn dreimal nach jedem Gebet zu sprechen.
Reicht die Formel allein? Für kleine Verfehlungen im Alltag gilt sie als ausreichend. Wo ein anderer Mensch geschädigt wurde, gehört die Wiedergutmachung dazu.
Kann man für andere um Vergebung bitten? Ja, für Lebende und Verstorbene. Das ist ein fester Bestandteil des Totengebets.
Quellen
- „Wer beständig um Vergebung bittet, dem verschafft Allah einen Ausweg aus jeder Bedrängnis und Erleichterung von jeder Sorge, und Er versorgt ihn, von wo er nicht damit rechnet", überliefert von Ibn Abbas: Sunan Abi Dawud 1518.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.
Fachlich geprüft
Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.