Dhikr: das Gedenken Allahs
Das Gedenken Allahs, meist mit kurzen Formeln. Der Teil der Religion, der ohne Vorbereitung überall geht.
Dhikr ist das Gedenken Allahs, meist durch das Wiederholen kurzer Formeln wie Subhanallah, Alhamdulillah und Allahu akbar. Es braucht dafür keinen Ort, keine Reinheit und keine bestimmte Zeit, und deshalb ist es der Teil der Religion, der sich am leichtesten in einen deutschen Alltag einfügt.
Woher das Wort kommt
Dhikr kommt von dhakara, sich erinnern oder erwähnen. Der Quran nennt sich selbst an mehreren Stellen adh-dhikr, die Erinnerung. Gemeint ist also nicht ein mechanisches Aufsagen, sondern ein Wachhalten.
Im Alltag
Nach jedem Pflichtgebet ist überliefert, jeweils dreiunddreißigmal Subhanallah und Alhamdulillah und dreiunddreißig- oder vierunddreißigmal Allahu akbar zu sprechen. Dafür benutzen viele eine Tasbih, eine Gebetskette mit dreiunddreißig oder neunundneunzig Perlen. Sie ist ein Hilfsmittel zum Zählen, mehr nicht; die Finger tun es genauso.
Daneben gibt es das gemeinsame Dhikr in Gruppen, in Deutschland vor allem in Gemeinden mit sufischer Prägung. Und es gibt das stille Dhikr im Bus, in der Warteschlange, beim Spaziergang.
Nicht zu verwechseln mit
Der Dua. Im Dhikr wird Allah gedacht und gepriesen, in der Dua wird gebeten. In der Praxis gehen beide oft ineinander über.
Häufige Fragen
Muss man eine Gebetskette benutzen? Nein. Überliefert ist das Zählen an den Fingern. Die Kette ist eine spätere Hilfe und in der Sache neutral.
Zählt Dhikr, wenn ich nebenbei etwas anderes tue? Ja. Überliefert ist das Gedenken im Stehen, Sitzen und Liegen. Wer bewusst dabei ist, tut Dhikr, auch beim Autofahren.
Gibt es eine Mindestzahl? Nein. Die überlieferten Zahlen nach dem Gebet sind Empfehlungen, keine Pflicht.
Quellen
- „Der Unterschied zwischen dem, der seines Herrn gedenkt, und dem, der es nicht tut, ist wie der zwischen einem Lebenden und einem Toten": Sahih al-Bukhari 6407.
- Zur beruhigenden Wirkung des Gedenkens: Quran, Sure 13, Vers 28.
Kareem C.
Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.
Fachlich geprüft
Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.