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I’tikaf: der Rückzug in die Moschee

Der Rückzug in die Moschee, meist in den letzten zehn Ramadannächten. Schlafen, beten, lesen, sonst nichts.

Kareem C.
2 Min. Lesezeit

I’tikaf ist der Rückzug in eine Moschee für eine bestimmte Zeit, um sich ausschließlich dem Gottesdienst zu widmen. Am verbreitetsten ist er in den letzten zehn Nächten des Ramadan.

Woher das Wort kommt

I’tikaf kommt von akafa, verweilen oder an einem Ort festhalten. Wer I’tikaf macht, heißt mu’takif. Das Wort betont das Bleiben, nicht das Tun.

Im Alltag

Wer I’tikaf macht, bleibt in der Moschee: schlafen, beten, Quran lesen, Dhikr. Verlassen darf man sie nur für das Nötigste, also Toilette, Waschung und, wenn niemand versorgt, Essen. Geschäfte, Arbeit und Alltagsgespräche fallen weg.

In Deutschland ist das eine organisatorische Herausforderung. Viele Moscheen sind Ladenlokale ohne Duschen und ohne Küche, und Urlaub in den letzten zehn Ramadantagen bekommt nicht jeder. Gemeinden lösen das mit verkürzten Formen: einzelne Nächte statt zehn, oft Freitag auf Samstag. Das ist eine gültige Absicht, auch wenn es nicht die volle Form ist.

Nicht zu verwechseln mit

Dem bloßen Übernachten in der Moschee. I’tikaf setzt die ausdrückliche Absicht voraus, sich für diese Zeit zurückzuziehen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert er mindestens? Hier gehen die Rechtsschulen auseinander, und der Unterschied ist im Alltag spürbar. Nach hanafitischer Auffassung genügt für den freiwilligen I’tikaf schon ein kurzer Aufenthalt mit dieser Absicht, nach schafiitischer ebenfalls. Für die überlieferte Form des Propheten sind es die letzten zehn Nächte.

Können Frauen I’tikaf machen? Ja, überliefert ist, dass die Frauen des Propheten es nach ihm taten. In der Praxis hängt es daran, ob die Moschee einen geeigneten Bereich hat, was in Deutschland oft der Engpass ist.

Darf man das Handy mitnehmen? Regeln dazu gibt es keine. Der Sinn der Sache spricht dafür, es weitgehend liegen zu lassen.

Quellen

  • Der Prophet hielt I’tikaf in den letzten zehn Tagen des Ramadan bis zu seinem Tod, danach seine Frauen, überliefert von Aischa: Sahih al-Bukhari 2026.

Verwandte Begriffe: Tarawih, Tahadschud, Dhikr.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Fachlich geprüft

Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.

Weitere Begriffe

Ganzes Glossar →
Janaba
Der Zustand, in dem nur die vollständige Waschung hilft. Der Wudu reicht dann nicht.
Tahlil und Tahmid
La ilaha illallah und Alhamdulillah. Zwei Sätze, die im Alltag häufiger fallen als jedes Gebet.
Iqama
Der zweite Ruf, unmittelbar bevor das Gebet beginnt. Kürzer und schneller als der Adhan.

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