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Ibadah: was im Islam als Gottesdienst zählt

Ibadah ist mehr als Gebet und Fasten. Gemeint ist jede Handlung, die um Allahs willen geschieht.

Kareem C.
3 Min. Lesezeit

Ibadah bezeichnet im Islam den Gottesdienst, also jede Handlung, die ein Mensch um Allahs willen tut. Der Begriff ist weiter gefasst, als die meisten annehmen: Er umfasst nicht nur Gebet, Fasten und Zakat, sondern auch Arbeit, Lernen und den Umgang mit anderen Menschen, sofern die Absicht dahinter stimmt.

Woher das Wort kommt

Ibadah kommt von der arabischen Wurzel ain-ba-dal, die Dienen und Sich-Unterordnen bedeutet. Dieselbe Wurzel steckt in Abd, dem Diener, und damit in Namen wie Abdullah, Diener Allahs.

Im Alltag

Gelehrte unterscheiden zwei Bereiche. Die rituelle Ibadah ist festgelegt: Gebet, Fasten, Zakat, Hadsch, jeweils mit vorgegebener Form. Daneben steht alles Übrige, was zur Ibadah wird, wenn die Absicht stimmt. Wer arbeiten geht, um seine Familie zu ernähren, wer einem Nachbarn beim Umzug hilft, wer einem Verstorbenen die Bestattung ermöglicht, tut damit Ibadah, ohne dass es äußerlich wie ein Ritual aussieht.

Für die rituelle Ibadah gilt der Grundsatz, dass die Form vorgegeben ist und nicht ergänzt wird. Für den gesamten Rest gilt das Umgekehrte: erlaubt, solange nichts dagegen spricht.

Nicht zu verwechseln mit

Der Salah, dem Pflichtgebet. Die Salah ist eine Form der Ibadah, aber Ibadah geht weit darüber hinaus. Wer beides gleichsetzt, kommt zu dem Schluss, der Alltag sei religiös bedeutungslos.

Häufige Fragen

Zählt Arbeit wirklich als Gottesdienst? Ja, wenn die Absicht darauf gerichtet ist, sich und die Familie ehrlich zu versorgen. Die Handlung bleibt dieselbe, die Absicht macht den Unterschied.

Welche Arten von Ibadah gibt es? Üblich ist die Einteilung in Handlungen des Körpers wie das Gebet, Handlungen des Vermögens wie die Zakat, Handlungen beider zugleich wie der Hadsch, und Handlungen des Herzens wie Vertrauen und Dankbarkeit.

Wird eine gute Tat ohne bewusste Absicht belohnt? Die Tat bleibt gut und nützt dem, dem sie gilt. Der Lohn als Ibadah hängt aber an der Absicht, deshalb der bekannte Grundsatz, dass die Taten nach den Absichten bemessen werden.

Quellen

Was das mit commonsplace zu tun hat

Der weite Begriff von Ibadah ist der Grund, warum auf commonsplace ein Brunnen, eine Moscheerenovierung und die Bestattung eines Alleinstehenden nebeneinander stehen. Keines davon ist ein Ritual, alle drei sind Gottesdienst, wenn die Absicht stimmt. Wer nur das Gebet als Ibadah versteht, würde für den Rest keine Spendenplattform brauchen.

Verwandte Begriffe: Salah, Sudschud, Sadaqah.

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KC

Kareem C.

Kareem C. schreibt für die Redaktion des CommonsBlog. Die Beiträge entstehen aus Quellenarbeit, jeder Artikel führt seine Belege am Ende auf.

Fachlich geprüft

Die religiösen Angaben sind gegen SeekersGuidance abgeglichen, die Hadithe mit Sammlung und Nummer belegt, und der Eintrag wurde vor der Veröffentlichung von einem Imam gegengelesen. Wo die Rechtsschulen auseinandergehen, steht das im Text.

Weitere Begriffe

Ganzes Glossar →
Wudu
Die Wudu ist die rituelle Waschung vor dem Gebet. Ohne sie ist die Salah nicht gültig.
Salah
Die Salah ist das fünfmal tägliche Pflichtgebet und die zweite der fünf Säulen des Islam.
Barzakh
Der Barzakh ist der Zustand zwischen dem Tod und dem Jüngsten Tag. Eine Schwelle, keine zweite Welt.

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